Betriebslogistikkaufmann/-frau

Lehrzeit:

3 Jahre.

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): LagerlogistikerIn

Tätigkeitsmerkmale

An die moderne Lagerhaltung werden große Anforderungen gestellt. In vielen Wirtschaftsbereichen dient ein Lager heute weniger zur Vorratshaltung, also zur Aufbewahrung von Rohstoffen und Produkten über einen längeren Zeitraum hin, sondern vielmehr als Drehscheibe zwischen Lieferanten und KundInnen. Die obersten Ziele dabei sind möglichst geringe Lagerzeiten und Lagerkosten für die einzelnen Produkte sowie möglichst geringe Lieferzeiten für die KundInnen. Ein häufiges Schlagwort ist „just-in-time“ (=rechtzeitig), was bedeutet, dass die Güter und Waren dann zur Verfügung stehen müssen, wenn sie gebraucht werden; zwischen Bestellung und Lieferung darf nur eine minimale Zeitspanne liegen. Damit die Lagerhaltung alle gestellten Anforderungen erfüllen kann, sind ausgefeilte technische und organisatorische Maßnahmen erforderlich; eine wichtige Rolle spielen dabei die EDV und die elektronisch gestützten Informations- und Transportsysteme. Die Gesamtheit von Lagertechnik und Lagerorganisation heißt „Lagerlogistik“. Der Ausdruck „Logistik“ stammt vom französischen Wort „logis“ (=“Quartier“) bzw. „logistique“ (=“Logistik“) und wurde ursprünglich beim Militär zur Bezeichnung der Truppenversorgung verwendet (Planung und Bereitstellung aller Geräte und Materialien für die Streitkräfte); jetzt bezeichnet „Logistik“ die Gesamtheit aller Aktivitäten eines Unternehmens hinsichtlich Beschaffung, Lagerung und Transport von Materialien und Zwischenprodukten sowie zur Auslieferung von Fertigprodukten. Da die Lagerlogistik inzwischen einen hohen Stand erreicht hat und im modernen Wirtschaftsleben eine stetig wachsende Bedeutung gewinnt, werden in diesem Bereich auch immer besser ausgebildete Fachleute und Spezialisten benötigt.

Betriebslogistikkaufleute sind vor allem in großen Material- und Warenlagern von Industriebetrieben, Handelsbetrieben sowie Speditions- und Transportfirmen tätig. Zusätzliche Bedeutung erhält die Lagerwirtschaft durch die zunehmende Verbreitung des Handels über Internet („E-business“, „E-commerce“), der wieder neue Herausforderungen an die Logistik stellt. Die Hauptaufgaben der Betriebslogistikkaufleute liegen in der ständigen Kontrolle der Lagerbestände, im Transport bzw. in der Einlagerung und Ausgabe der Waren sowie in der genauen Aufzeichnung (bzw. elektronischen Erfassung) aller Lagerbewegungen.

Die Betriebslogistikkaufleute nehmen eingehende Güter entgegen und kontrollieren und lagern sie. Dabei verwenden sie die lagereigenen Anlagen und Maschinen zum Transport und zur Stapelung der Waren. Sie sind auch für die Wartung der technischen Einrichtungen zuständig. Die Betriebslogistikkaufleute ermitteln aus den Eigenschaften des Lagergutes die erforderlichen Lagerbedingungen und sorgen für deren Einhaltung. Sie führen und überwachen den Lagerbestand und leiten im Bedarfsfall erforderliche Maßnahmen ein (z.B. Nachbestellung von Waren, wenn eine bestimmte Mindestmenge unterschritten wird); diese Aufgaben werden vorwiegend mittels EDV erledigt. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Bereitstellung und Versendung von Waren auf Grund direkter Kundenbestellungen oder gemäß überprüfter Auslagerungsdokumente. Sie richten die Waren zu versandgerechten Einheiten her, das heißt, sie verpacken die Waren zweckmäßig um sie danach zu verladen, bzw. zu versenden. Dafür verfügen sie über Kenntnisse der gebräuchlichen Transport- und Transporthilfsmittel. Schließlich kontrollieren sie den Warenausgang. Sie sichern die Waren, stellen die Versanddokumente aus und leiten sie weiter.

Dazu kommen Arbeiten im Rechnungswesen (Kostenrechnung, Kalkulation) und die Ausfertigung und Bearbeitung von Formularen, Vordrucken und Schriftstücken. Ein Teil der organisatorischen Arbeit der Betriebslogistikkaufleute ist das Zusammenstellen und Auswerten von Berichten sowie das Formulieren von Schriftstücken und Briefen. Außerdem führen und verwalten sie Karteien, Dateien und Statistiken und müssen den betriebsüblichen Umgang mit Reklamationen beherrschen.

Schließlich wirken Betriebslogistikkaufleute auch bei der Erstellung betrieblicher Lagerlogistikkonzepte mit und führen Dokumentationen und Statistiken über alle Vorgänge im Lager.

Betriebslogistikkaufleute arbeiten oft im Team. Sie verfügen über betriebswirtschaftliche Kenntnisse und wissen über den Warenfluss im Betrieb Bescheid.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Als Ausbildungs- bzw. Lehrbetriebe für den Lehrberuf „Betriebslogistikkaufmann/-frau“ kommen vor allem Handelsbetriebe und Industriebetriebe mit modernen Material- und Warenlagern sowie Speditions- und Transportfirmen in Frage.

Die Berufsaussichten der Betriebslogistikkaufleute sind gut, da das Berufsbild den modernen Anforderungen im Lagerwesen entspricht und außerdem dieser Bereich immer wichtiger wird. Voraussetzung ist natürlich – wie in den meisten anderen Bereichen auch – die Bereitschaft zu regelmäßiger Weiterbildung (neue lagerlogistische Systeme, EDV, Betriebswirtschaft, Kundenservice, Fremdsprachen usw.), vor allem auch deswegen, weil es für LehrabsolventInnen zunehmend schwieriger wird, sich gegen die Konkurrenz der AbsolventInnen mittlerer und höherer Schulen (Handelsschule, Handelsakademie) durchzusetzen.


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